ONIX

ONIX DNA

DNA-50

ONIX DNA-50

Eigentlich gibt es das nicht, dass eine Verstärkerfirma nur ein einziges Modell produziert ( 2018 soll ein weiteres, noch günstigeres herauskommen), schon gar nicht, wenn die Firma schon über eine jahrzehntelange Erfahrung im Verstärkerbau verfügt. Normalerweise ist es doch so: im Angebot sind einige Vollverstärker, dazu mindestens eine Vorstufe und ein paar Endstufen, am besten auch ein Monoblöcke. Alles preislich schön abgestimmt. So will es der Markt.

ONIX DNA-50 Fernbedienung

ONIX DNA-50 Fernbedienung

Bei der englischen Manufaktur ONIX, gegründet 1984, ist freilich einiges anders. Dazu zählt nicht nur das außergewöhnlich edle Finish des DNA-50 nebst der schicken Fernbedienung aus schwarz eloxiertem Metall, von der sich die meisten High End Hersteller eine dicke Scheibe abschneiden könnten (Wer mehr wissen möchte, dem empfiehlt sich unbedingt ein Blick auf die ONIX-Website).  Schnell wird dann deutlich, dass hier audiophile Überzeugungstäter am Werk sind, die sich nicht primär an Marketingkriterien orientieren, sondern eine dezidierte Vorstellung davon besitzen, worum es bei Hifi im Grunde geht: um Freude am Musikhören.

Und das setzen sie konsequent um. Wenn sie finden, dass der DNA-50, wie ihr Vollverstärker heißt, all das kann, was sie von einem Verstärker erwarten, dann bauen sie ihn eben so und platzieren kein teureres Modell drüber.

Kann nicht sein, denken Sie, die Marktgesetze gelten doch für alle….?!

Ich dachte genauso, bis ich den DNA-50 das erste Mal auf meinem Rack platziert hatte und – verwegen wie ich war – an der TIDAL Piano Diacera anschloss, die eigentlich ganz andere Kaliber an Verstärkern gewohnt ist. Ein schmales schwarzes Kästchen, das gut 2000.- Euro kostet, schön gemacht und schön anzusehen, an einer schonungslos alle Schwächen offenbarenden 30.000 Euro Box. Kann das gutgehen ?

Es kann.

Es ging sogar so gut, dass ich den DNA-50 mehrere Tage gar nicht mehr abbauen wollte und stattdessen mit Quellgeräten und Kabeln spielte. Dieser kleine Amp hatte die große Box im Griff, glänzte mit hoher Auflösung, Dynamik und wunderbar ausgeleuchteten Klangfarben. Keine Spur jenes anämisch dünnen Klangs, wie ihn kleine Amps allzu oft produzieren. Aber auch kein tonales Fett, um Auflösungslöcher zu stopfen.

Der DNA-50 ist vielleicht nicht der beste Verstärker der Welt. An einer Superbox wie der TIDAL geht in puncto Auflösung noch mehr, aber um ihn wirklich auf die Plätze zu verweisen muss man schon ziemlich große Geschütze auffahren. Und bei Lautsprechern derselben Preisliga wie etwa denen von Russell K. (die ich als Kombi mit dem ONIX ausdrücklich empfehle) bleiben eigentlich keine Wünsche offen.

Dennoch bleibt zu vermuten, dass der ONIX DNA-50 ein Amp für Kenner und Liebhaber bleiben wird, der nicht zuletzt deshalb keine allzugroße Verbreitung finden dürfte, als er ein typischer Killer ist: damit verglichen sehen mehrfach teurere Boliden unter Umständen ziemlich alt aus.

Die Standardausführung des DNA-50 ist schwarz und kostet € 2.290.-, doch es gibt ihn auch ohne Aufpreis mit Frontplatten in verschiedenen Farben. Optional lieferbar ist eine MM-Phonoplatine (€ 550.-), ein DAC-Modul und ein Phono-MC-Einschub folgt 2018.

This really is quite a special product. Stylish, slim, powerful, tuneful, musically engaging and – unusually for a British built product – a fit and finish up there with the very best from Germany, Japan and USA.“

„The DNA-50 is, in many ways, the most impressive affordable amp we’ve heard in years. Not the best, per se, but the one that did the most to win us over, with its excellent build quality, its musically incisive and involving performance, and its attractive level of value.“

„You can forget the audiophile bullshit. The Integrated DNA-50 just sounds right. It breathes light and life into all kinds of music. Harmonics are spot on. Each voice, each instrument has its distinctive tonal color.“

(Hifianswers, GB)